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Sonntag, 2. Dezember 2012

Da regt sich etwas...

Hallo an alle, die vielleicht doch noch ab und an hier vorbeischauen, ob sich etwas tut. Ich könnte nun an dieser Stelle in langes Jammern darüber verfallen, wie wenig Zeit ich im letzten Jahr hatte. Es wäre durchaus gerechtfertigt, muss aber auch nicht in aller Breite ausgewälzt werden. Was ist seit dem letzten Post passiert? Nun, zunächst einmal ist unsere wunderbare Tochter, Frieda Marlene mit Namen, geboren worden und erfreut sich nunmehr im 16. Lebensmonat bester Gesundheit (Schnupfennase ist ja bei Krippenkindern Dauerzustand...). Trotz gelegentlicher/häufiger/nervenaufreibender Wutanfälle ist sie vor allem eins: ein kleines Herzchen. Es ist verrückt, wie viele Fortschritte sich in so einem kleinen Leben vollziehen, sie läuft inzwischen sehr sicher und schnell umher und gedeiht prächtig. 

Was ist noch passiert? Nach 11 Monaten Elternzeit arbeite ich seit August wieder, bzw. durchwandere zielstrebig und eifrig, soweit es die Zeit eben zulässt, mein Referendariat. Ich wurde einer neuen Schule als Referendarin zugewiesen, wo es mir sehr gut gefällt: dem Gymnasium Lerchenfeld. Auch in neue Seminare wurde ich natürlich gesteckt, sodass ich auf einen Schlag sehr viele neue Menschen kennenlernen durfte. 
Außerdem sind wir umgezogen und wohnen jetzt auf St. Pauli. Ja, genau dort, wo das Nachtleben blüht, sich das Rotlichtmilieu tummelt und das Millerntorstadion nicht weit entfernt ist. Wir haben eine fantastische Wohnung und sind fest entschlossen, diese auch noch sehr lange zu bewohnen. 
Dem aufmerksamen Leser ist vielleicht nicht entgangen, dass ich nach dem Besuch eines Wahlmoduls (für alle, die die Hamburger Referendarssystem nicht kennen: das ist eine Art Fortbildung) ein neues Weblog eröffnet habe, das nicht als Konkurrenz zu dem bestehenden, sondern als Ergänzung zu betrachten ist. Ich werde es v.a. als ein Lehrerblog benutzen und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Weblogs im Unterricht reflektieren. Ein Besuch ist natürlich wärmstens zu empfehlen, auch dort warte ich gespannt auf Kommentare zu meinen didaktisch-methodischen Überlegungen. Da meine Zeit auch weiterhin arg beschränkt bleibt, werde ich weiterhin den Vorsatz verfolgen, beide Blogs möglichst regelmäßig zu aktualisieren. Willkommen zurück, World Wide Web!

Dienstag, 6. Juli 2010

Wohnst du auch hier?

Besuchsweise probier ich gern immer mal wieder aus, ob das WG-Leben für mich tauglich sein könnte. Der Vorteil gegenüber einem Besuch bei der allein lebenden koffeinabstinenten Schwester ist eindeutig, dass es auf jeden Fall Kaffee gibt - bitte nimm das nicht persönlich, Schwesterherz.
Einige, möglicherweise verallgemeinerbare Thesen wage ich mal durch den Besuch in einer beliebigen Leipziger Studenten-WG zu formulieren:
  • Kaffee ist zwar da, aber im unpassendsten Moment sind die Filter alle. Ok, das mag wirklich ein Einzelfall sein, heroisch, wie ich bin, habe ich den lebensnotwendigen Morgenkaffee eben "türkisch" getrunken.
  • Schon eher verallgemeinerbar: die meisten Lebensmittel sind Bioprodukte. Was immer wieder die Annahme widerlegt, Studenten seien bettelarm.
  • Je nach Vereinbarungen über die gemeinschaftlich genutzten Räume ist es schwierig, mit dem richtigen Kochgeschirr zu kochen oder nicht die Lebensmittel eines anderen Mitbewohners zu essen. Etwas Positives kann ich dem aber abgewinnen: es fordert und fördert kulinarische Kreativität.
  • Sollte der Besucher doch einmal seine Zahnpasta vergessen haben, kann er sich verstohlen ein wenig aus einer der vielen Tuben abzweigen. Wenn jemand der gastgebenden WG dies liest, möge er meine Dreistigkeit entschuldigen, es war kaum noch jemand da, den ich hätte fragen können.
  • Die in der Überschrift zitierte Frage bringt immer wieder ein großes Hallo. Ein wenig verstrubbelt schlappt man mit Batman-Boxershorts und stilvollem Radeberger-Shirt in die Küche und sieht sich einem unbekannten Wesen gegenüber. Nach dem innerlichen Check durch die in früheren Besuchen kennengelernten Mitbewohner entschloss ich mich zu der Frage "Kennen wir uns schon"? Mein Gegenüber war sich ähnlich unsicher und beschloss, mir seinen Namen zu verraten. Ich erklärte, welche Mitbewohnerin ich gerade durch meinen Besuch beglücke und die Verunsicherung wich. Problem gelöst.
Ich kann sagen, dass ich immer gern in dieser WG zu Besuch bin, aber ein WG-tauglicher Mensch bin ich eindeutig nicht. So richtig reizvoll erscheint auch ein Test dieser Annahme nicht. Oder bin ich zu anspruchsvoll?